Serbien, Australien und Ghanien – okay, diese WM-Gruppe für Deutschien entlockte mir zunächst einmal nur einen herzhaften Gähner. Kein Fallobst, aber auch keine Hammer-und-Sichel-Gruppe, einfach Durchschnitt. Ich nahm’s zur Kenntnis und schaltete danach die Kiste aus, wodurch mir weiteres Gestotter von Bela Rethy (ja, wo ist denn plötzlich Uruguay geblieben?) sowie die 32-fach verkündeten Allgemeinplätze zur Auslosung erspart geblieben sind.
Aber die lassen sich ja am Tag darauf auch in der Zeitung oder im Netz nachlesen. “Man hat schon durchgeschnauft. Wir sind froh, dass wir einige Gegner nicht bekommen haben. Wir haben kampfstarke Mannschaften in unserer Gruppe. Da werden wir körperlich gefordert werden. Es gab schon einfachere Gruppen bei Weltmeisterschaften”, äußerte zum Beispiel DFB-Teammanager Oliver Bierhoff in typischer DFB-Teammanager-Manier. Und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer versuchte gar witzig zu sein: „Liechtenstein und Luxemburg sind nicht dabei.”
Meine Lieblings-Plattitüde sonderte aber die dpa ab:
Gutes Omen für das DFB-Team: Seit 1986 beim 0:2 gegen Dänemark wurde kein WM-Gruppenspiel mehr verloren.
Hä? Weil das DFB-Team drei Vorrundengegner zugelost bekommen hat, darf es das als gutes Omen betrachten? Wie wichtig es ist, in der Vorrunde keine Niederlagen zu kassieren, zeigten ja zum Beispiel die grandiosen Turniere 1994 und 1998. Und was war 1954 gegen Ungarn? 1974 gegen die DDR? Egal, Hauptsache die Statistikkiste wurde nicht vergebens geöffnet…
